Donnerstag 24 Aug 2017

light calligraphy project on OSTRALE Biennale of Contemporary Art in Dresden

re_form – Biennale zeitgenössischer Künste Dresden 11. OSTRALE

Die „Internationale Ausstellung Zeitgenössischer Künste OSTRALE“ führt ihre Tradition einer kritisch-konstruktiven Sicht auf gesellschaftliche Entwicklungen in diesem Jahr unter dem Motto „re_form“ weiter. Zum 11. Mal vereint sie Arbeiten namhafter Vertreter sämtlicher künstlerischer Kategorien mit denen noch unbekannter Künstler. Vom 28.07. bis zum 01.10. 2017 präsentiert die OSTRALE – Biennale insgesamt 1.118 sorgfältig zusammengestellte Werke und Werkgruppen der Bildenden Kunst aus Sachsen und aller Welt von 164 Künstlern und Künstlergruppen in Dresden. Die OSTRALE, drittgrößte Kunstausstellung in Deutschland, findet erstmals als Biennale statt.

Im nächsten Jahr wird das Team im Auftrag der Europäischen Kulturhauptstadt Valletta/Malta 2018 die dortigen Präsentationen zeitgenössischer Kunst organisieren.

Unter anderem werden die Arbeiten „Light Calligraphy“ von Said Dokins und Leonardo Luna zu sehen sein.

​Said Dokins and Leonardo Luna, Performance during OSTRALE Biennale opening, The Time of Adonis. 2017. Dresden, Germany.

​Said Dokins and Leonardo Luna, Performance during OSTRALE Biennale opening, The Time of Adonis. 2017. Dresden, Germany.

Die Veranstalter berichten, dass sie sehr stolz sind auf die Performance, die Said und Leo während der Eröffnungsfeier abgeliefert haben. Sie haben eine zutiefst eindrucksvolle Darbietung ihres aktuellen Projekts „Heliographies of Memory,“ (laut Wikipedia ist Heliographies ist ein Kunstwort, das gebildet ist aus dem griechiechischenἭλιος hélios „Sonne“ und γράφειν gráphein „zeichnen, (be)schreiben“) vorgestellt. Die Darbietung wurde unterstützt durch den Visual Art-Künstler Andrea Hilger, der Direktorin und Gründerin der Biennale. Sie war verantwortlich für die Beleuchtung und Illumination im Hintergrund. Zudem wurde für die musikalische Untermalung die Band SARDH mit BALOG JOEL SCHWEIGER WORMSINE VOXUS IMP herangezogen, die diesePerformance mit ihrer Musik unterstützte.

Said Dokins zieht seine selbstgebauten Luminic Tools heran, um eine Series von Kalligraphie-Effekte zu erzeugen, die das Publikum buchstäblich umzingeln – Leonardos Linse hält währendessen alles fest. Schließlich wird die „Licht-Bahn“ von Saids Event an die Wand projiziert, so dass das Publikum die Möglichkeit hat, die Inschriften, die um sie herum entstanden sind, zu sehen.
Neben dieser Performance, zeigt die Biennal zusätzlich eine Auswahl an „Heliographies of Memory-Serien“, die in den letzten Jahren in Bordeaux und Deutschland entstanden sind.
Said Dokins & Leonardo Luna, The Power of the people, 2016. Light Calligraphy. Dresden. Germany.

Said Dokins & Leonardo Luna, The Power of the people, 2016. Light Calligraphy. Dresden. Germany.

Um es mit den Worten von Said zu sagen: ‚Heliographies of Memory ist ein Projekt, das für einen längeren Zeitraum angelegt ist.. Hierbei werden verschiedene soziale aber auch historische Beziehungen aufgedeckt, die besondere Räume und Umgebungen definieren und ausmachen. Gleichzeitig, werden die Orte innerhalb der aktuellen Vorstellung um- bzw. zurückgedeutet, beispielsweise wie vertriebene oder verdrängte Erinnerungen, die verschlüsselt in einem Fluss oder einem Durchgang liegen – sozusagen ein NICHT-ORT.

„Heliographies of Memory“ existiert in einer Fotografie-Serie, die die kalligraphischen Bewegungen einfängt – genau zu dem Zeitpunkt, wenn die Handlung des Schreibens stattfindet. Es handelt sich hierbei natürlich nicht um Kalligraphie im herkömmlichen Sinn. Die Texte sind mit Licht geschrieben, das heißt, dass die Worte sofort wieder verschwinden, sobald sich der Schreiber weiterbewegt. Das bedeutet, dass sich der Vorgang nur mit Hilfe einer Langzeitbelichtung einfangen lässt. So wird offenbart, was niemand sehen kann

Mit Hilfe dieser kurzlebigen Erfindung wie der Licht-Kalligraphie, ist es möglich das Unsichtbare einzufangen und an Orten mit starker symbolischer Wirkung und Aussage zu agieren – so wie zum Beispiel an historischen Plätzen, Denkmälern, etc. – so werden verlassene und vergessene Orte wieder zurüchgedeutet.

​Said Dokins & Leonardo Luna. The Doors that open, the doors that close, 2016. Light Calligraphy. Berlin, Germany.

​Said Dokins & Leonardo Luna. The Doors that open, the doors that close, 2016. Light Calligraphy. Berlin, Germany.

Die Entscheidung, eine Tour nach bzw. durch Europa zu machen, war darin begründet, dass Orte entdeckt werden sollten, die besonders gut die Schichten der Geschichte veranschaulichen.
In Deutschland, war das Künstler-Duo beispielsweise sehr an Orten interessiert, die eng mit dem Fall der Berliner Mauer verquickt sind: Vergessene Plätze, kleine, leere Städte wie beispielsweise Halle, aber auch sanierte Orte, die nach dem Krieg wieder aufgebaut wurden wie die Frauenkirche in Dresden.

Über den Autor

Historiker & Kunsthistoriker, Kunst-und Kulturmanager, Urbanart-Dokumentator, Online-Reisender

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