Vorschau: Paläo-Art – Dinos leben ewig!

Wissenschaft trifft Popkultur: Paläo-Art gestern und heute

Paläo-Art: Darstellungen der Urgeschichte | Zoë Lescaze, Walton Ford | Cover of the German edition
Paläo-Art: Darstellungen der Urgeschichte | Zoë Lescaze, Walton Ford | Cover der deutschen Ausgabe

Paläo-Art: Darstellungen der Urgeschichte 1830–1980
Mit Texten von: Zoë Lescaze und Walton Ford

Vor über 66 Millionen Jahren von der Erde verschwunden, üben Dinosaurier seit ihrer Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert eine ungeheure Faszination auf den Menschen
aus. Kein Wunder, dass man früh den Wunsch verspürte, nicht nur Fossilien und Skelette betrachten zu können. Im Jahr 1830 malte der englische Wissenschaftler Henry De la Beche das erste Stück Paläo-Kunst.

Inostrancevia, devouring a Pareiasaurus Alexei Petrovich Bystrow, 1933 These two species cropped up regularly in Soviet–era paleoart. Konstantin Konstantinovich Flyorov, who painted the same beasts early in his career, despised Bystrow’s interpretation, snidely calling the rival artist “color blind.” Copyright: Borrissiak Paleontological Institute RAS
Inostrancevia, devouring a Pareiasaurus Alexei Petrovich Bystrow, 1933 These two species cropped up regularly in Soviet–era paleoart. Konstantin Konstantinovich Flyorov, who painted the same beasts early in his career, despised Bystrow’s interpretation, snidely calling the rival artist “color blind.” Copyright: Borrissiak Paleontological Institute RAS

Das war eine überwältigende, herrlich makabere Darstellung prähistorischer Reptilien, die sich unter Wasser bekämpfen. Seitdem haben sich Künstler in aller Welt daran gemacht, unsere Vorstellung einer prähistorischen Zeit mit Visionen von Dinosauriern, Wollmammuts, Höhlenmenschen und anderen Kreaturen zu illustrieren, in denen sie wissenschaftliche Fakten mit zügelloser Fantasie vermengen.
Anhand von Werken aus der Zeit von 1830 bis 1990 zeichnet dieser Band die wundersame Geschichte der Paläokunst nach und macht augenfällig, wie sehr Zeitgeist, gesellschaftliche Verhältnisse und individuelle künstlerische Präferenzen das Bild der Urzeit bestimmten. So begegnen wir Dinos, die vom Fauvismus, vom Japonismus oder vom Jugendstil geprägt sind, viktorianischen und sowjetrussischen Sauriern, Pulp-Dinos, albtraumhaften Monstern und majestätischen Titanen, aufgespürt in großen Naturkundemuseen, obskuren Archiven und privaten Sammlungen.

Model-Room at the Crystal Palace Philip Henry Delamotte, 1853 Concrete monsters materialized within a workshop on the grounds of the Crystal Palace, a revolutionary glass and cast-iron structure used to house the Great Exhibition of 1851. Copyright: Courtesy of TASCHEN
Model-Room at the Crystal Palace Philip Henry Delamotte, 1853 Concrete monsters materialized within a workshop on the grounds of the Crystal Palace, a revolutionary glass and cast-iron structure used to house the Great Exhibition of 1851. Copyright: Courtesy of TASCHEN

Mit einem Vorwort des Künstlers Walton Ford und einem Essay von Zoë Lescaze gewährt diese Sammlung tiefe Einblicke in ein vernachlässigtes Randgebiet der Kunstgeschichte und zeigt, wie viel Paläokunstwerke nicht nur über Dinosaurier verraten, sondern auch über uns moderne Menschen selbst.

Die Herausgeberin und Autorin: Zoë Lescaze ist eine freischaffende New Yorker Schriftstellerin. Nach ihrem kunstgeschichtlichen und anthropologischem Studium arbeitete sie als archäologische Illustratorin in Kameroon. Mittlerweile ist sie zudem als Kunstkritikerin und Journalist unterwegs. Ihre Arbeiten sind in ARTnews, Artforum, und Even erschienen.

Der Koautor:
Walton Ford (geb. 1960) studierte zunächst an der RISD (Rhode Island School of Design) Filmproduktion, wandte sich aber dann der Malerei zu. Seit 20 Jahren malt er großformatige narrative Aquarelle. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, darunter Einzelausstellungen im Hamburger Bahnhof in Berlin
und im Brooklyn Museum in New York.

 

Paläo-Art: Darstellungen der
Urgeschichte 1830–1980
Zoë Lescaze, Walton Ford

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