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Bárbara Wagner & Benjamin de Burca, Future of Yesterday, 2026, Film still © Courtesy of the artists & Fortes D’Aloia & Gabriel

Bárbara Wagner & Benjamin de Burca

Posted on 10. Februar 2026 by sven

The Tunnels We Dig

Die Ausstellung läuft noch bis zum 26. April 2026

Die Filminstallationen von Bárbara Wagner (*1980, Brasília, Brasilien) & Benjamin de Burca (*1975, München, Deutschland) widmen sich kulturellen Bewegungen und kollektiven Praktiken, die außerhalb der etablierten Orte der zeitgenössischen Kunst stattfinden.

Bárbara Wagner & Benjamin de Burca, Future of Yesterday, 2026, Film still
© Courtesy of the artists & Fortes D’Aloia & Gabriel

Ausstellung in der SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT

Die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT präsentiert die erste große Einzelausstellung von Bárbara Wagner (*1980) & Benjamin de Burca (1975) in Deutschland. Seit über einem Jahrzehnt realisiert das in Brasilien lebende Künstlerinnenduo gemeinsam Videoarbeiten und -installationen in Zusammenarbeit mit kulturellen Bewegungen und kollektiven Praktiken, die außerhalb etablierter Orte oder abseits der zeitgenössischen Kunstszene stattfinden.

Der Tunnel als Metapher für kulturellen Ausdruck

Der titelgebende Tunnel ist als physische Struktur, aber ebenso als Metapher für künstlerischen Ausdruck, kulturellen Widerstand oder die Aushandlung von Identität zu verstehen. Porträtiert werden lokal geprägte, heute intergenerationale Szenen, die jeweils in den 1970er-, 1980er-Jahren als Jugendbewegungen mit eigenständigen kulturellen oder musikalischen Strukturen und Referenzsysteme entstanden.

Bárbara Wagner & Benjamin de Burca, Future of Yesterday, 2026, Film still
© Courtesy of the artists & Fortes D’Aloia & Gabriel

Neuproduktion zur Hardcore- und Straight-Edge-Szene

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine eigens entwickelte Neuproduktion. Diese Videoinstallation widmet sich der aktuellen Hardcore-Szene und insbesondere Straight Edge (kurz „sXe“) in Deutschland – eine Bewegung, die an der Ostküste der USA als „cleane“ Gegenkultur innerhalb der Hardcore-Punkszene der 1980er-Jahre begann.

Weitere Videoinstallationen und Musikbewegungen

Wagner & de Burca setzen diese in der SCHIRN in den Kontext weiterer Musikbewegungen: Eine ihrer ersten Arbeiten „Estás vendo coisas / You are seeing things“ (2016) untersucht die Brega-Szene aus Recife, die in den 1970er-Jahren im Nordosten Brasiliens aufkam.
In der Videoinstallation RISE (2018) geht es um Kanadier*innen der ersten und zweiten Generation afro-karibischer Herkunft, die in einem Akt der Selbstermächtigung den öffentlichen Raum der U-Bahn in Toronto künstlerisch einnehmen.

Bárbara Wagner & Benjamin de Burca. The Tunnels We Dig, 2026, Ausstellungssansicht „Estás vendo coisas / You are seeing things“ © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2026, Foto: Norbert Miguletz

Sozio-politische Anliegen und kollaborativer Prozess

Eindrucksvoll thematisieren die audiovisuellen Arbeiten der Schau jeweils drängende sozio-politische Anliegen in den Gemeinschaften der Darsteller*innen; sie greifen kulturelle Ausdrucksformen auf, mit denen diese sich identifizieren und eine Stimme finden. Bezeichnend für den künstlerischen Prozess von Wagner & de Burca ist die kollaborative Zusammenarbeit: Die jeweiligen Gruppen sind aktiv an der Gestaltung von Skript, Bühnenbild, Musik, Choreografie und Inszenierung beteiligt.

Kuratorisches Team & Förderung

Kuratorin
Katharina Dohm

Kuratorische Assistenz
Cornelia Eisendle

Gefördert durch
Kulturstiftung des Bundes

Gefördert von dem
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Zusätzliche Unterstützung durch
SCHIRN ZEITGENOSSEN

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