The Tunnels We Dig
Die Ausstellung läuft noch bis zum 26. April 2026
Die Filminstallationen von Bárbara Wagner (*1980, Brasília, Brasilien) & Benjamin de Burca (*1975, München, Deutschland) widmen sich kulturellen Bewegungen und kollektiven Praktiken, die außerhalb der etablierten Orte der zeitgenössischen Kunst stattfinden.

© Courtesy of the artists & Fortes D’Aloia & Gabriel
Ausstellung in der SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT präsentiert die erste große Einzelausstellung von Bárbara Wagner (*1980) & Benjamin de Burca (1975) in Deutschland. Seit über einem Jahrzehnt realisiert das in Brasilien lebende Künstlerinnenduo gemeinsam Videoarbeiten und -installationen in Zusammenarbeit mit kulturellen Bewegungen und kollektiven Praktiken, die außerhalb etablierter Orte oder abseits der zeitgenössischen Kunstszene stattfinden.
Der Tunnel als Metapher für kulturellen Ausdruck
Der titelgebende Tunnel ist als physische Struktur, aber ebenso als Metapher für künstlerischen Ausdruck, kulturellen Widerstand oder die Aushandlung von Identität zu verstehen. Porträtiert werden lokal geprägte, heute intergenerationale Szenen, die jeweils in den 1970er-, 1980er-Jahren als Jugendbewegungen mit eigenständigen kulturellen oder musikalischen Strukturen und Referenzsysteme entstanden.

© Courtesy of the artists & Fortes D’Aloia & Gabriel
Neuproduktion zur Hardcore- und Straight-Edge-Szene
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine eigens entwickelte Neuproduktion. Diese Videoinstallation widmet sich der aktuellen Hardcore-Szene und insbesondere Straight Edge (kurz „sXe“) in Deutschland – eine Bewegung, die an der Ostküste der USA als „cleane“ Gegenkultur innerhalb der Hardcore-Punkszene der 1980er-Jahre begann.
Weitere Videoinstallationen und Musikbewegungen
Wagner & de Burca setzen diese in der SCHIRN in den Kontext weiterer Musikbewegungen: Eine ihrer ersten Arbeiten „Estás vendo coisas / You are seeing things“ (2016) untersucht die Brega-Szene aus Recife, die in den 1970er-Jahren im Nordosten Brasiliens aufkam.
In der Videoinstallation RISE (2018) geht es um Kanadier*innen der ersten und zweiten Generation afro-karibischer Herkunft, die in einem Akt der Selbstermächtigung den öffentlichen Raum der U-Bahn in Toronto künstlerisch einnehmen.

Sozio-politische Anliegen und kollaborativer Prozess
Eindrucksvoll thematisieren die audiovisuellen Arbeiten der Schau jeweils drängende sozio-politische Anliegen in den Gemeinschaften der Darsteller*innen; sie greifen kulturelle Ausdrucksformen auf, mit denen diese sich identifizieren und eine Stimme finden. Bezeichnend für den künstlerischen Prozess von Wagner & de Burca ist die kollaborative Zusammenarbeit: Die jeweiligen Gruppen sind aktiv an der Gestaltung von Skript, Bühnenbild, Musik, Choreografie und Inszenierung beteiligt.
Kuratorisches Team & Förderung
Kuratorin
Katharina Dohm
Kuratorische Assistenz
Cornelia Eisendle
Gefördert durch
Kulturstiftung des Bundes
Gefördert von dem
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Zusätzliche Unterstützung durch
SCHIRN ZEITGENOSSEN
