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Jörg Immendorff, Landschaft, die ich brauche, 1988, Öl auf Leinwand, 220 x 270 cm, Kunstpalast, Düsseldorf, Foto: Kunstpalast, Düsseldorf – LVR-ZMB – Stefan Arendt, © Nachlass Jörg Immendorff

Jörg Immendorff

Posted on 20. Mai 2026 by sven

Ausstellung-Vorankündigung: 25. September 2026 bis 10. Januar 2027

Jörg Immendorff (1945–2007) galt bereits Ende des 20. Jahrhunderts als einer der bedeutendsten deutschen Künstler seiner Generation und wurde international gefeiert. Der als „Malerfürst“ bekannte Künstler kultivierte bewusst ein provokantes Image und sorgte mit seinem kontroversen Lebensstil immer wieder für Aufsehen. Umso bemerkenswerter ist die für Herbst 2026 im Kunstpalast geplante Ausstellung: Sie ist die erste umfassende Retrospektive in Düsseldorf – jener Stadt, in der Immendorff über viele Jahrzehnte studierte, lehrte und künstlerisch wirkte.

Jörg Immendorff, Für alle Lieben in der Welt, 1966, Kunstmuseum Karlsruhe, Foto: Heinz Pelz, Karlsruhe © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Das vom Nachlass des Künstlers unterstützte Ausstellungsprojekt zeichnet sämtliche Schaffensphasen von Jörg Immendorff nach – von seinen frühen Jahren an der Kunstakademie bis hin zu den letzten Arbeiten aus seinem Düsseldorfer Atelier.
Gezeigt werden rund 100 Exponate, darunter großformatige Gemäldeserien, Holz- und Bronzeskulpturen sowie bislang unveröffentlichte Zeichnungen und Archivmaterialien. Die Ausstellung vermittelt nicht nur die beeindruckende Vielfalt seines künstlerischen Werks, sondern widmet sich auch Immendorffs konsequenter Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Rolle des Künstlers. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl politische und gesellschaftliche Spannungsfelder seiner Zeit als auch die Widersprüche seiner eigenen Persönlichkeit.

Jörg Immendorff, Café, 1990, Öl auf Leinwand, 140 x 160 cm, Kunstpalast, Düsseldorf, Foto: Kunstpalast, Düsseldorf – LVR-ZMB – Stefan Arendt, © Nachlass Jörg Immendorff

Laut dem Wikipedia-Eintrag zu Jörg Immendorff prägte der 1945 in Bleckede geborene Künstler die deutsche Kunstszene der Nachkriegszeit wie kaum ein anderer. Immendorff, der 2007 in Düsseldorf verstarb, arbeitete als Maler, Bildhauer, Grafiker und Aktionskünstler und galt seit den 1980er Jahren international als einer der bekanntesten deutschen Gegenwartskünstler.
Quelle: Wikipedia – Jörg Immendorff

Schon während seiner Schulzeit zeigte sich sein Interesse an Kunst. Besonders prägend war später das Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er unter anderem bei Joseph Beuys lernte. Gemeinsam mit der Künstlerin Chris Reinecke initiierte er Ende der 1960er Jahre das provokante Aktionsprojekt „LIDL“, das mit politischen und gesellschaftskritischen Performances Aufmerksamkeit erregte. Seine Aktionen bewegten sich bewusst zwischen Kunst, Protest und Provokation und führten schließlich sogar zu seinem Verweis von der Akademie.

Parallel engagierte sich Immendorff politisch in linken und außerparlamentarischen Gruppen. Seine frühen Werke aus den 1970er Jahren waren stark politisch geprägt und werden häufig der sogenannten „Agitprop“-Kunst zugeordnet. Anders als viele Künstler seiner Zeit setzte er bewusst auf gegenständliche Malerei, um gesellschaftliche Konflikte sichtbar zu machen.

International bekannt wurde Immendorff vor allem durch seine monumentale Werkserie „Café Deutschland“. Die großformatigen Gemälde thematisieren die Spannungen zwischen Ost- und Westdeutschland und verbinden politische Symbolik mit einer expressiven, fast theaterhaften Bildsprache. Inspiriert wurden die Werke unter anderem von der Düsseldorfer Kulturszene sowie von Künstlerfreundschaften wie jener mit A. R. Penck. Neben der Malerei arbeitete Immendorff auch als Bühnenbildner, Professor und Bildhauer und war an zahlreichen kulturellen Projekten beteiligt.

Jörg Immendorff, Wartebiene I, Öl auf Leinwand, 300 x 250 cm, Sammlung Viehof, Foto Nachlass Jörg Immendorff, © Nachlass Jörg Immendorff

Ab den späten 1990er Jahren veränderte sich seine Bildsprache deutlich. Die politischen Erzählungen traten zunehmend in den Hintergrund, stattdessen beschäftigte sich Immendorff stärker mit kunsthistorischen Zitaten, Symbolen und persönlichen Bildwelten. Gleichzeitig litt er seit 1997 an der Nervenkrankheit ALS, die seine körperlichen Fähigkeiten zunehmend einschränkte. Dennoch arbeitete er weiter und entwickelte eine neue Form des künstlerischen Arbeitens gemeinsam mit Assistenten.

Auch abseits seiner Kunst sorgte Immendorff immer wieder für öffentliche Aufmerksamkeit – durch seinen exzentrischen Lebensstil, seine mediale Präsenz und spätere Kontroversen rund um Drogenaffären und Diskussionen über Werkautorschaften. Trotz dieser Widersprüche blieb er eine der prägendsten Figuren der deutschen Kunstszene.

Nach seinem Tod im Jahr 2007 wurde sein Werk weiterhin umfassend rezipiert – durch Ausstellungen, Biografien und filmische Porträts. Bis heute gilt Immendorff als Künstler, der Kunst und gesellschaftliche Debatten eng miteinander verband und die Rolle des Künstlers immer wieder neu hinterfragte.

Jörg Immendorff, Naht, 1981, Öl auf Leinwand, 180 x 400 cm, Kunstpalast, Düsseldorf, Foto: Kunstpalast, Düsseldorf – LVR-ZMB – Stefan Arendt, © Nachlass Jörg Immendorff

Kontakt

Kunstpalast
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf
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» info@kunstpalast.de

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